Ilse Erfmann (*1931)
„Bremsbereit, aber nicht bremsend.“
Gelesen von Anke Maria Zandman.
Ich schreibe über das, was bleibt – und über das, was beinahe verloren gegangen wäre. Über Stimmen, Erinnerungen, weibliche Linien und darüber, was geschieht, wenn Menschen beginnen, genauer hinzuhören.

Frauenstimmen aus Nottuln

Frauenstimmen aus Gegenwart und Geschichte. Lebensgeschichten zwischen Alltag und Aufbruch, Anpassung und Selbstbestimmung.
Anke Maria Zandman hat über vier Jahreszeiten hinweg achtzehn Frauen besucht. Sie hat gehört. Gefragt. Gewartet. Geschrieben.
Eingeleitet werden diese Porträts von zwei historischen Frauenstimmen aus dem Nottulner Damenstift.
Entstanden ist ein Buch über weibliche Lebenswege, über Erinnerung und Prägung, über das, was weitergegeben wird – ausgesprochen oder unausgesprochen.
„Was diese Frauen verbindet, ist nicht ein gemeinsames Schicksal, sondern eine gemeinsame Kraft.“

Eine Frau vor mir. Frauenreihen hinter uns.
Die Gespräche finden in ihrem Zuhause statt: am Küchentisch, im Wohnzimmer, im Garten – umgeben von Photographien, Briefen und persönlichen Erinnerungsstücken.
Photographie: Johanna Schindler · Empower Portrait
„Bremsbereit, aber nicht bremsend.“
Gelesen von Anke Maria Zandman.
„Alles ist Wachstum.“

Ästhetik und Stil.
Alwine ist siebzehn Jahre jung, als sie zum ersten Mal nach Schapdetten kommt, das bereits aus der Ferne von seinem Treppengiebel-Kirchturm aus Baumberger Sandstein markiert wird. Der Mann ihrer älteren Schwester arbeitet im Getreidehandel der Firma Wübken in Schapdetten. Alwine ist bei ihrem ersten Besuch in Schapdetten geschminkt und gut zurechtgemacht. „Das Geld dafür muss immer drinsitzen“, so Alwines Denkweise. „Diese modische Erscheinung war in dem kleinen Kuhdorf Schapdetten nicht üblich“, gibt sie ohne zu schmunzeln zu bedenken. Egal! Sie bleibt sich treu. Ästhetik und Stil als Prinzip.
1960 – sie sind jetzt frisch verlobt – hält Alwine sich bei ihrer künftigen Schwiegermutter in Schapdetten auf. Denn im Dorf regiert das jährliche Schützenfest. „Oh, war ich erschrocken, als die Reiter von der Vogelstange kamen, um den neuen König zu proklamieren.“ Überraschung! Paul ist König. Und sie ist Schützenkönigin! Alwine näht sich ein schickes Kleid. Sie fasst an ihre immer noch schmale Taille und sagt: „Hier war eine weiße Rose appliziert. Wunderschön.“ Passende Schuhe? Fehlanzeige! Sie leiht sich geschwind in Schapdetten ein Motorrad, so schwer, dass sie es kaum halten kann, um von ihrem wenigen Geld in Roxel die perfekten Schuhe zum Kleid zu kaufen.
Motorrad? Ja! In Merfeld hat Alwine ihren Führerschein Klasse I gemacht, und zwar mit Erlaubnis ihres Vaters, denn noch bis 1958 müssen Frauen in Deutschland die schriftliche Genehmigung für den Erwerb des Führerscheines von ihren Vätern oder Ehemännern einholen. Und sie darf sogar mit der Lambretta, dem coolen Motorroller ihres Freundes Paul, die dreiundzwanzig Kilometer zwischen Merfeld und Schapdetten pendeln. Unabhängigkeit ist ihr wichtig.
Photographie: Johanna Schindler
Unerhörte Geschichten ist auch für die Bühne geschrieben: als Lesung und als Gespräch mit dem Publikum – ergänzt durch Gesang und Photographien.
Die Formate können einzeln oder miteinander verbunden gebucht werden.
Lesung mit Anke Maria Zandman und Gespräch mit dem Publikum.
Lesung mit Gesang. Wort und Musik verbinden sich zu einer gemeinsamen Erzählbewegung.
Zu den vorgetragenen Geschichten werden Photographien der porträtierten Frauen gezeigt. Präsentation: Johanna Schindler.
Lesung, Gesang und Photographien verbinden sich zu einer gemeinsamen dramaturgischen Form.
Bei den Lesungen gibt es im Anschluss Gelegenheit zum Gespräch, zum Signieren und einen Büchertisch.
Informationen zu den Formaten und zum organisatorischen Rahmen finden Sie im PDF für Veranstalter.
Lesung, Begegnung, Gespräch und Signieren.
Ein kurzer Einblick in die Atmosphäre einer Lesung.
Dormitorium im ehemaligen Damenstift Asbeck
Stiftstraße 20 · 48739 Legden-Asbeck
Photographien und Präsentation: Johanna Schindler
Gesang und musikalische Begleitung: Pam Tschentscher & Hermann-Josef Vieth
St. Anna Davensberg
Burgstraße 59 · 59387 Ascheberg-Davensberg
Photographien und Präsentation: Johanna Schindler
Gesang: Jessie Spanke
Alte Post
Mühlenstraße 15 · 48317 Drensteinfurt
Photographien und Präsentation: Johanna Schindler
Gesang: Jessie Spanke
Landtag Nordrhein-Westfalen
Pfarrheim Lette
Weitere Termine in Nottuln, Schapdetten, Appelhülsen, Molbergen, Münster und Telgte sind in Vorbereitung.
„Eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.“
„Ein Buch, das nicht laut sein muss, um tief zu berühren.“
„Toller Schreibstil, einfühlsam … unaufdringlich und packend zugleich erzählt.“
„Ich kann gar nicht mehr aufhören zu lesen, wenn ich einmal mit einer Geschichte angefangen habe.“
„Die Mischung aus Geschichte und persönlicher Nähe macht das Buch einzigartig.“
„Vielleicht brauchen wir nicht nur neue Formen des Zuhörens, sondern auch neue Formen des Erzählens. Und genau das schaffst du mit deinem Buch und deinen Lesungen …“
„Es war ein so außergewöhnlicher Nachmittag … Ich bin immer noch sehr bewegt von dieser Veranstaltung.“
„Sie haben den Boden bereitet, so dass wir höher springen können.“
Anke Maria Zandman · Unerhörte Geschichten
26. Februar 2026
8. Mai 2025 · zweiter Beitrag der Sendung
46 Minuten
„Ich habe gelernt, dass Traurigkeit und Heiterkeit keine Gegensätze sind, sondern oft gemeinsam auftreten – wie Schwestern.“
Anke Maria Zandman · Unerhörte Geschichten
„Während sie den Erinnerungen anderer Frauen eine literarische Form gibt, verliert sie die Sprache für ihre eigene Geschichte.“
Ihr Haus wird unbewohnbar. Ihr Hund stirbt. Ihre Beziehung zerbricht. Ihr Körper setzt Grenzen. Tagsüber arbeitet sie an den Unerhörten Geschichten, nachts schreibt sie an RESTLICHT.
RESTLICHT ist ein literarischer Montageroman über weibliche Linien, Körpererinnerung, Verlust und das Bleiben. Und darüber, wie das Zuhören und das literarische Gestalten der Lebensgeschichten anderer den Blick auf das eigene Leben verändert.
Wie prägen Herkunft, Rollenbilder, Erwartungen, Verantwortung, Verletzlichkeit und Brüche den Blick auf das eigene Leben?
Und was erzählen Männer, wenn ihnen Raum gegeben wird, genauer hinzuschauen und zu erzählen?
Das Hören war von Anfang an Teil meines Konzepts: unerHÖRTE Geschichten, FrauenSTIMMEN.
Die Geschichten sind so geschrieben, dass sie gelesen, gehört und vorgelesen werden können – und so zwischen den Generationen weitergegeben werden.
Aus Spuren entsteht Neues.


Vom 6. bis 30. Oktober 2026 zeige ich im Landtag Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf Arbeiten, in denen Malerei, Erinnerung und biografisches Erzählen ineinandergreifen.
Ich arbeite mit Materialien, die bereits eine Geschichte tragen: Leinwände, die schon ein anderes Bild getragen haben, Wahlplakate, Buchseiten, Landkarten und industrielle Werkstoffe. Was diese Materialien mitbringen, bleibt sichtbar und erzählt im neuen Werk weiter. Im Mittelpunkt stehen Frauen, ihre Erfahrungen und ihre Perspektiven.
Vernissage: Dienstag, 6. Oktober 2026 · 13:00 Uhr · Foyer der Landtagsfraktion der Grünen
Anmeldung zur Vernissage: bis 5. Oktober, 14 Uhr, mit Name, Adresse und ggf. Kfz-Kennzeichen an isabelle.wewers@landtag.nrw.de.
„Die Stimmen dieser Frauen bleiben. Sie wohnen jetzt zwischen den Seiten.“
Anke Maria Zandman · Unerhörte Geschichten
Meine Malerei und mein Atelier für WORT & FARBE finden Sie auf meiner Künstlerinnenseite.
Zur KünstlerinnenseiteDonnerstag & Freitag · 14–17 Uhr
Verlässlich geöffnet für Besuche.
Persönliche Einblicke und Gespräche sind nach Vereinbarung möglich.
Termin vereinbarenPhotographien im Buch: Johanna Schindler und Iris Bergmann (†)
Photographien auf dieser Website: Johanna Schindler
Johanna Schindler · Empower Portrait
Texte © Anke Maria Zandman · Photographien © Johanna Schindler; bei gekennzeichneten Buchphotographien © Iris Bergmann.